Firmeninhaber Franz Rieger fasst seine Erfahrungen zusammen und fordert gleichzeitig auf: „Die Oberfläche wird zu wenig beachtet“, sagt er. Und zu den Kollegen: „Stellt Auszubildende ein!“ Die Gäste sind an diesem Nachmittag die Mitglieder des Netzwerkes Oberflächentechnologie aus dem Raum Ostwürttemberg. Zu Besuch sind sie bei dem Unternehmen Franz Rieger Metallveredlung in Steinheim am Albuch. Und alle sind vom Fach. Lackierer ebenso wie Beschichter oder eben Oberflächenveredler, früher sagte man Galvaniseur. Ein Netzwerk, das die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostwürttemberg (WIRO) angestoßen hat. Geschäftsführererin Dr. Ursula Bilger ist auch da. Und lernt, wie alle anderen auch.
„Es zieht so langsam wieder an“, sagt Franz Rieger, der das Unternehmen im Jahr 1997 von seinem Vater in Steinheim übernommen hat. Das Unternehmen, das vornehmlich die Autoindustrie mit Dienstleistungen versorgt, brach aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise und der Krise im Automobilbau massiv ein. Einst waren mehr als 40 Mitarbeiter beschäftigt, am Tiefpunkt der Krise waren es nur noch 24. Jetzt sind es schon wieder 30 Mitarbeiter, die zumeist Aluminiumteile mit Chrom versehen oder eloxieren.
Franz Rieger stellt den Besuchern den Betrieb in Zahlen und Fakten vor, den sein Vater 1953 gegründet hat. Die Einzelfirma versteht sich konsequent als Dienstleister, denn es wird nicht produziert. „Wir veredeln Metall“, sagt er und zählt
die vielen verschiedenen Verfahren auf, die das Unternehmen beherrscht. Leistung und Qualität, die von den Konsumenten oft gar nicht wahrgenommen werden. Für ihn und das Unternehmen mittlerweile genau so wichtig: die Logistik. Viele unterschiedliche Teile, die herangeschafft und dann bearbeitet werden, müssen hernach so schnell wie möglich zur weiteren Verarbeitung versendet werden.
Wichtig ist Franz Rieger aber, die Fertigkeiten und das Wissen permanent weiter zu geben. „Ein Grund mehr für das hier versammelte Netzwerk“, sagt Franz Rieger. Und natürlich auch der Grund für die Aufforderung an die Gäste. Das Unternehmen Franz Rieger Metallveredlung bildet regelmäßig aus. „Es gilt, die jungen Menschen für unsere Arbeit zu begeistern“, so Rieger, der viel davon hält, die Neulinge von Beginn an in die Bearbeitung zu schicken. „Da lernen sie am meisten“.
Die Mitglieder des Netzwerks Oberflächentechnologie sind deutlich angetan. Seit etwas mehr als einem Jahr treffen sich die Vertreter der Unternehmen bei Betriebsbesichtigungen oder anderen Anlässen. Ziel des Netzwerks ist die Kooperation, der Austausch, die Förderung von Forschungsprojekten. Man lernt kontinuierlich voneinander.
Information zum Netzwerk gibt es unter der Internetseite www.noro-ev.net.